VNS-Analyse

Störungen des vegetativen Nervensystems (VNS) spielen eine Schlüsselrolle bei der Entstehung chronischer Erkrankungen.

Es gibt keine relevanten Erkrankungen, die nicht mit einer Regulationsstörung des vegetativen Nervensystems einhergehen. Ungleichgewichte des vegetativen Nervensystems sind häufig dadurch gekennzeichnet, dass das energieverbrauchende sympathische Nervensystem hyperaktiv ist und das parasympathische der Erholung und Regeneration dienende Nervensystem zu wenig Aktivität aufweist. Bleibt diese Fehlregulation über längere Zeit bestehen, führt dies zu einem extremen Energieverbrauch mit vorzeitiger Alterung und Krankheit (1). Auch körperlicher Verfall und Gebrechlichkeit sind die Folge langanhaltender Veränderungen in diesem Gleichgewicht mit einer Überaktivität des sympathischen Nervensystems (2).

Die Messung des vegetativen Nervensystems erfolgt mit der Herzraten-Variabilitäts-Messung (HRV). Sie ist eine mathematische Analyse der Schlag-zu-Schlag-Variabilität normaler Herzschläge beziehungsweise der RR-Abstände im EKG. Veränderungen der Herzfrequenz zeigen die Wechsel in der autonomen kardialen Regulation an. Der Sinusknoten im rechten Vorhof des Herzens erhält permanent sympathische und parasympathische Impulse und wird durch diese moduliert. Je nach Aktivität des vegetativen Nervensystems variiert die Herzschlagfolge. Seit Jahrzehnten ist dieses Verfahren in der Wissenschaft etabliert und hat einen hohen Voraussagewert in der Vorbeugung und Risikobeurteilung von Erkrankungen (3). Diese Methode eignet sich sehr gut zur Therapiekontrolle.

1 Thayer J eta al.: The relationship of autonomic imbalance,
heart rate variability and cardiovascular disease risk factors. Int. J
Cardiology (2010); 141: 122-131

2 Lipsitz L: Dynamics of stability: The physiologic basis of
functional health and frailty. Journal of Gerontology: Biological
Sciences (2002); Vol.57a, No.3, B115-B125

3 Task Force of the European Society of Cardiology and the
North American Society of Pacing