Was ist IHHT? Sauerstoff als stiller Trainingsreiz für Ihre Zellen

Was ist IHHT?

Sanftes Sauerstofftraining für die natürliche Anpassungsfähigkeit des Körpers

Kurz erklärt

Die Intermittierende-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT) ist ein computergesteuertes Atemtraining, bei dem sich Phasen mit reduziertem und – je nach individueller Einstellung – normalem oder erhöhtem Sauerstoffgehalt abwechseln. Die Behandlung findet entspannt im Liegen statt und wird kontinuierlich überwacht. Ziel ist es, die natürlichen Anpassungsprozesse des Körpers zu unterstützen. Aktuelle wissenschaftliche Arbeiten beschäftigen sich unter anderem mit den Auswirkungen dieser kontrollierten Sauerstoffreize auf Mitochondrien und den Energiestoffwechsel der Zellen.

Vielleicht kommt Ihnen das bekannt vor …

Sie schlafen ausreichend – und fühlen sich morgens trotzdem nicht richtig erholt.

Ein anstrengender Arbeitstag kostet Sie heute deutlich mehr Kraft als noch vor einigen Jahren.

Nach einer Erkältung oder einer stressigen Phase dauert es länger, bis Sie wieder zu Ihrer gewohnten Belastbarkeit zurückfinden.

Oder Sie planen eine Wanderreise in die Berge und fragen sich, ob Ihr Körper die Höhe gut verkraften wird.

Solche Veränderungen gehören für viele Menschen zum Alltag. Häufig steckt nicht eine einzelne Ursache dahinter, sondern das Zusammenspiel verschiedener Faktoren: Schlaf, Bewegung, Stress, Ernährung, Alterungsprozesse und die Fähigkeit des Körpers, sich immer wieder an neue Herausforderungen anzupassen.

Genau an diesem Punkt setzt die Intermittierende-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie an.

Unser Körper lebt von Anpassung

Der menschliche Organismus besitzt eine beeindruckende Fähigkeit: Er passt sich ständig an seine Umwelt an.

Wer regelmäßig spazieren geht, wird nach einiger Zeit mehr Ausdauer haben.

Ein Muskel wird nicht während des Trainings stärker, sondern in der Erholungsphase danach.

Auch ein Aufenthalt in den Bergen führt dazu, dass sich der Körper an den geringeren Sauerstoffgehalt der Luft anpasst.

Diese Fähigkeit begleitet uns seit Anbeginn. Sie hilft uns, mit wechselnden Umweltbedingungen umzugehen und unsere Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Die Intermittierende-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie nutzt genau dieses natürliche Prinzip – allerdings kontrolliert, individuell dosiert und unter medizinischer Begleitung.

Was passiert bei einer IHHT?

Während der Behandlung liegen Sie bequem auf einer Liege und atmen über eine weiche Atemmaske.

Ein computergesteuertes Therapiesystem verändert den Sauerstoffgehalt der Atemluft in genau festgelegten Intervallen.

Je nach Ihrer individuellen Situation kommen dabei zwei unterschiedliche Verfahren zum Einsatz:

Hypoxie–Normoxie

Nach einer kurzen Phase mit reduziertem Sauerstoff folgt normale Atemluft.

Diese besonders sanfte Variante eignet sich vor allem für Menschen, deren Belastbarkeit eingeschränkt ist oder die nach längeren Belastungsphasen zunächst behutsam an die Therapie herangeführt werden sollen.

Hypoxie–Hyperoxie

Hier folgt auf die Phase mit reduziertem Sauerstoff eine Phase mit sauerstoffangereicherter Atemluft.

Diese Variante wird häufig bei Menschen eingesetzt, die körperlich belastbarer sind oder sich beispielsweise auf sportliche Herausforderungen oder Aufenthalte in größeren Höhen vorbereiten möchten.

Eine Besonderheit unserer Praxis in Karlsruhe ist, dass wir beide Verfahren anbieten und die Auswahl individuell an Ihre Belastbarkeit anpassen.

Warum spielt Sauerstoff eine so große Rolle?

Jede Körperzelle benötigt Sauerstoff, um Energie bereitzustellen.

Diese Energie entsteht überwiegend in den Mitochondrien – winzigen Bestandteilen unserer Zellen, die häufig als „Kraftwerke der Zellen“ bezeichnet werden.

Mitochondrien sind keine starren Strukturen. Sie reagieren auf Bewegung, Ernährung, Schlaf, Stress und auch auf Veränderungen des Sauerstoffangebots.

Die wissenschaftliche Forschung untersucht seit vielen Jahren, wie kontrollierte Sauerstoffreize natürliche Anpassungsprozesse der Mitochondrien unterstützen können. Dabei stehen unter anderem die Qualität der Mitochondrien und ihre Fähigkeit zur Energiegewinnung im Mittelpunkt.

Was bedeutet das für Sie?

Für viele Menschen ist weniger entscheidend, wie eine Therapie auf molekularer Ebene funktioniert. Viel wichtiger ist die Frage:

„Was kann das für meinen Alltag bedeuten?“

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich. Deshalb gibt es auf diese Frage keine allgemeingültige Antwort.

In unserer Praxis berichten manche Patientinnen und Patienten nach einer IHHT-Serie beispielsweise,

Andere nutzen IHHT zur Vorbereitung auf besondere Belastungen.

Ein Patient bereitete sich beispielsweise auf Gleitschirmflüge in Höhen zwischen 3.000 und 4.000 Metern Höhe vor. Eine andere Patientin entschied sich vor einer Reise in die Himalaya-Region für eine IHHT-Serie.

Besonders eindrucksvoll war die Rückmeldung einer begeisterten Bergwanderin. Nach mehreren Sitzungen stellte ihre langjährige Wanderpartnerin fest, dass sie „plötzlich bergauf ein deutlich höheres Wandertempo ging als früher“. Die Patientin selbst hatte diese Veränderung zunächst gar nicht bewusst wahrgenommen.

Diese Beispiele beschreiben individuelle Erfahrungen aus unserer Praxis. Sie lassen keine Rückschlüsse darauf zu, wie andere Menschen auf eine IHHT reagieren werden.

Ein Behandlungserfolg kann nicht garantiert werden.

Sicherheit steht an erster Stelle

IHHT ist kein Verfahren nach dem Motto „viel hilft viel“.

Entscheidend ist vielmehr die richtige Dosierung.

Deshalb beginnt jede Behandlung in unserer Praxis mit einem persönlichen Gespräch. Wir besprechen Ihre gesundheitliche Situation, mögliche Vorerkrankungen und Ihre individuellen Ziele.

Während der gesamten Behandlung werden unter anderem Puls und Sauerstoffsättigung kontinuierlich überwacht.

So kann die Therapie jederzeit an Ihre persönliche Belastbarkeit angepasst werden.

Unser Ansatz in Karlsruhe

IHHT ist für uns kein isoliertes Verfahren.

Wir betrachten immer den Menschen als Ganzes.

Je nach Ausgangssituation kann die Intermittierende-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie deshalb mit weiteren diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen kombiniert werden – beispielsweise mit einer Analyse des vegetativen Nervensystems (HRV), osteopathischen Verfahren, Ernährungsmedizin oder anderen regenerativen Konzepten.

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt immer von Ihrer persönlichen Situation ab.

Häufige Fragen

Ist IHHT anstrengend?

Nein. Die Behandlung findet entspannt im Liegen statt. Körperliche Anstrengung ist nicht erforderlich.

Wie lange dauert eine Sitzung?

Je nach Behandlungsplan dauert eine Sitzung in der Regel etwa 50 bis 60 Minuten.

Wie viele Sitzungen sind sinnvoll?

Das hängt von der individuellen Ausgangssituation ab. Häufig werden mehrere Sitzungen über einige Wochen empfohlen, da sich Anpassungsprozesse in der Regel durch wiederholte Reize entwickeln. Es werden 10 Behandlungen ohne Unterbrechung in einem Zeitraum von 4-5 Wochen empfohlen. 

Kann jeder eine IHHT durchführen?

Nicht immer. Vor Beginn prüfen wir sorgfältig, ob die Behandlung für Sie geeignet ist oder ob etwas dagegen spricht.

Fazit

Die Intermittierende-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie nutzt ein natürliches biologisches Prinzip: die Fähigkeit unseres Körpers, sich an kontrollierte Sauerstoffreize anzupassen.

Sie ist kein Ersatz für regelmäßige Bewegung oder ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung. Sie kann jedoch – nach sorgfältiger ärztlicher Prüfung – ein sinnvoller Baustein innerhalb eines individuellen Regenerationskonzeptes sein.

In unserer Praxis in Karlsruhe legen wir besonderen Wert darauf, die Behandlung individuell anzupassen. Dafür stehen uns sowohl die Intermittierende Hypoxie–Normoxie-Therapie für empfindlichere Menschen als auch die Intermittierende Hypoxie–Hyperoxie-Therapie für belastbarere Menschen und Sportler zur Verfügung.

Wissenschaftliche Quellen

Die Inhalte dieses Artikels basieren auf den aktuellen wissenschaftlichen Grundlagen der Intermittierenden-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie sowie auf wissenschaftlichen Übersichtsarbeiten zu den biologischen Wirkmechanismen kontrollierter Hypoxiereize und mitochondrialer Anpassungsprozesse.